Craftbier? Was ist das denn eigentlich?

So eine Craftbier – Leidenschaft wie wir sie mittlerweile pflegen bleibt natürlich auch im Familien und Bekanntenkreis nicht unbemerkt.

Und so ist auch schnell die Neugier geweckt, wenn es um dieses „neue“ Bier geht.

Oft werde ich dann gefragt, was ist denn eigentlich ein Craftbier? Ich sage dann immer gerne:

Setz dich, nimm dir ein Bier und lass uns reden….

Natürlich gibt es eine Definition, welche dem Begriff Craftbier einen Rahmen gibt. Hier geht es um objektive Merkmale, wie z.B. dass die Brauerei unabhängig und inhabergeführt sein soll, der Braumeister selbst Hand anlegt und auch einen gewisser Maximalausstoß nicht überschritten wird. Da es hierzu etliche Abhandlungen im WWW gibt, möchte ich gar nicht weiter darauf eingehen.

Denn so sehr ich die Sinnhaftigkeit einer gewissen Einschränkung oder gar Zertifizierung bezüglich der Begriffsbestimmung „Craftbier“ sehe, lege ich hier jedoch lieber meine ganz persönlichen Anforderungen und Wünsche zu Grunde. Frei nach dem Motto: was mir schmeckt, kann so schlecht ja nicht sein…

Besonders wichtig ist mir persönlich:

  • Ausgewählte Zutaten
  • Qualität
  • Ideenreichtum
  • Mut Neues auszuprobieren
  • Wiederbelebung alter Rezepte/Traditionsbiere
  • Transparenz (wer steht hinter Idee/Bier/Brauerei)
  • Philosophie (was bedeutet Craftbier für den Brauer)
  • kein Einheitsgeschmack
  • neues Jahr – neuer Hopfen

Hier fallen also bei mir schon die meisten Industrie- und oder Fernsehbiere durch das selbst gestrickte Raster.

Ich möchte ein Bier haben, das mir Spass macht, mir schmeckt und mich auf gewisse Art auch unterhält! Sei es durch sein pures Erscheinungsbild, seinen Geschmack, der auch gerne mal ungewöhnlich ausfallen mag (z.B. Gurken Gose) oder vielleicht sogar durch seinen traditionellen Ursprung.

Bier trinken ist für mich nun mal nicht nur der Konsum eines alkoholischen Getränkes, sondern ein wahrer Genuss.

Ich liebe die Vorfreude auf ein neues Bier!

Wird es schmecken, wie es bereits die Zutaten oder Brauart erwarten lassen? Mhhhhh, wie das riecht und im Glas aussieht…dann der erste Schluck….ahhhhh, lecker 😉

Es ist unschwer zu erkennen, dass hier im Idealfall reichlich Sinneseindrücke geliefert werden. Und wie langweilig wäre das, wenn diese immer gleich oder sehr ähnlich ausfallen würden.

Und hier liefert mir die Craftbiergemeinde reichlich „Stoff“

Es fällt immer wieder auf, dass ein reger zumeist sehr freundlicher, wenn nicht gar freundschaftlicher Austausch und gesunder Wettbewerb zwischen den Craftbierbrauern stattfindet. .

So entstanden z.B, einige meiner Lieblingsbiere in einem sogenannten Cooperation-Brew, bei dem sich Brauereien zusammengetan haben um Ideen gemeinsam zu verwirklichen.

Ein weiterer überaus angenehmer Effekt beim Craftbiergenuss ist für mich, dass sich in Gesellschaft in der Regel unmittelbar ein gemeinsames „erleben“ einstellt. Es werden erste Eindrücke ausgetauscht, gefachsimpelt, diskutiert, bewertet und nicht zuletzt angestoßen und genossen.

Dazu noch eine kleine Gaumenfreude oder vielleicht sogar ein Food-Pairing und der Abend ist perfekt!

Daher mein Aufruf an euch da draußen:

Traut euch! Schaut euch nach neuen, ungewöhnlichen Bieren um, probiert und bildet euch eure eigene Meinung! Es lohnt sich!

Eins möchte ich abschließend gerne noch klar stellen. Ich verdamme hier keinesfalls die „großen“ Biere, die man aus Werbung oder Fernsehen kennt.Es schmeckt euch? Alles gut, trinkt es mit Genuss und habt Freude daran, denn so soll es sein 😉

Nun möchte ich euch noch mein erstes Craftbier vorstellen, mit dem auf einer Streetfoodveranstaltung in Mainz für mich alles begann…

Der „Verführer“ war ein köstlicher Weizenbock vom Riedenburger Brauhaus.

Name: Dolden-Bock

  • Brauerei: Riedenburger Brauhaus
  • Sorte: hopfengestopfter Weizenbock
  • Alkoholgehalt: 7,9% Vol.
  • EBC: 16
  • Hopfen: Aromahopfen
  • Aussehen: bersteinfarben, mit gleichmäßiger Trübung, feinporiger fast schon sahniger und weißer Schaum
  • Geruch: herrlich fruchtig, aber auch angenehm würzig/harzig
  • Antrunk: weizentypische Banane und Nelke, jedoch auch zituslastige und karamellige Noten
  • Rezenz: moussierend, angenehme Kohlensäure
  • Nachtrunk: erfrischende, weizentypische Säure, angenehme Hopfenbittere und unaufdringlich alkoholisch
  • Speisenempfehlung: sowohl zu deftige Kost, als auch im Dessertbereich sehr lecker

Konnte sich der ein oder andere von euch in meiner Beschreibung zum Thema Craftbier wieder finden? Zumindest hoffe ich, dass ich mit meinen Zeilen meiner selbstauferlegten, biermissionarischen Berufung Ausdruck verleihen konnte, neue „Craftbierjünger“ zu bekehren… 😉

Auf euer Wohl,

der Onkel

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